Wussten Sie?

Wozu Gedichte?

Ich habe im Jahr 1999 während einer Lebenskrise mit Zen-Meditation begonnen. Die schlichte Form – sitzen, eine weiße Wand, eingebettet sein in eine Gemeinschaft – hat innerhalb einiger Monate das Tor zu einer brachliegenden Seite von mir geöffnet. Tag und Nacht tauchten Worte, Sätze in mir auf, überfielen mich in der U-Bahn, ließen mich nicht durchschlafen und schenkten mir eine Lebendigkeit, die ich lange nicht mehr gespürt hatte.

Nicht ich schrieb Gedichte, die Gedichte schrieben mich! Meine Gedichte sind meist kurz und beinhalten einen Erfahrungskern, der getragen ist von meinen vielfältigen und tiefen Begegnungen mit Menschen in meiner Spitalstätigkeit und psychotherapeutischen Praxis. Ich verwende eigene und andere Gedichte für meine Arbeit mit Menschen, die aus den verschiedensten Gründen um meine Unterstützung fragen.

Drei grundlegende Dinge

Damit Kreatives und Neues entstehen kann, braucht es drei grundlegende Dinge: einen Raum, wo „sogar die gewöhnlichsten Dinge in einem ungewöhnlichen Licht erscheinen …“ (K. Grossmann), einen guten Kontakt zwischen mir und meinen Klient*innen bzw. dem Menschen mit seinem Wesen (im Unterschied zum Ego) und zeitweilige Stille.

Ein kostbarer Moment, in dem ich als Therapeutin Zeugin bin, wie Klient*innen aus ihrer temporären Entfremdung von sich wieder zu ihrer Originalität, zu ihrer Einzigartigkeit finden. Intuition und Ratio verbinden sich, das Herz öffnet sich!

Kreative Medien

Kreative Medien sind, um nur einige zu nennen, das Tanzen, Musizieren, Malen, Pantomime und Schreiben. Sie sind prinzipiell für alle Menschen geeignet und stehen allen zur Verfügung, um mit ihrer eigenen Kreativität in Kontakt zu kommen. Für Menschen, die keine Therapie machen können oder wollen genauso, wie für jene in einer Lebenskrise, in einem Sinnfindungsprozess oder zur Bewältigung von Schicksalsschlägen. Es gibt auch Menschen, die keinen Bezug zu Meditation, Yoga oder autogenem Training finden und dennoch eine Sehnsucht verspüren, wieder mehr ihr eigenes Original zu sein und nicht nur zu funktionieren.

Und zu guter Letzt gibt es noch jene, die sich mit ihren Themen lieber allein beschäftigen und auf der Suche nach Impulsen sind, wie das gelingen kann: Zeit für mich – Zeit für Stille.